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Neuigkeiten von Papst Benedikt
Informieren Sie sich rund um "Papst Benedikt". Wir stellen Ihnen täglich Nachrichten von und über Papst Benedikt zur Verfügung. Die Nachrichten stammen aus den Quellen: Radio Vatikan, Zenit und kath.net
Blog: Nachrichten von Papst Benedikt
Donnerstag, 22. Juli 2010 - 06:41 Uhr
Angelus: Über allem das Wort Gottes! Auch im Urlaub...
Gute Stimmung in Castel Gandolfo: Papst Benedikt wurde an diesem Sonntag zum Angelus von jubelnden Besuchern aus der ganzen Welt empfangen. Die Sonne stand wolkenlos strahlend über dem Innenhof der Sommerresidenz des Papstes, sein Ausdruck war ebenso heiter wie der sommerliche Himmel über den Albaner Bergen. Und die Botschaft Papst Benedikts zum Mittagsgebet war abgestimmt auf die Urlaubszeit: Der Mensch braucht Ruhezeiten, Phasen der Regeneration und der Einkehr:
„Das heutige Sonntagsevangelium von Maria und Marta lehrt uns, wie wichtig die großzügige Gastfreundschaft ist. Aber was der Mensch wirklich braucht, ist das Wort Gottes, auf das Evangelium muss der Mensch ganz notwendig hören. Der Herr macht deutlich, dass Maria richtig handelt, indem sie nicht wie Marta in tüchtiger Gastfreundschaft durch das Haus eilt, sondern Jesus zuhört. So zeigt uns das Evangelium, dass wir füreinander da sein sollen, aber an erster Stelle das Wort Gottes miteinander teilen müssen, das unser höchstes Gut ist.“
An die Pilger aus der Schweiz, Österreich und Deutschland richtete der Papst nach dem Angelus folgende Worte:
„Mit Freude grüße ich alle Brüder und Schwestern deutscher Sprache. Wer Gott als Gast aufnimmt, ihn in sein Leben eintreten lässt, der wird reich beschenkt. Dies erfahren Abraham, von dem wir in der ersten Lesung dieses Sonntags hören, und Marta und Maria im heutigen Evangelium. Der Herr will auch zu uns kommen, um uns sein lebendiges Wort, seine Gegenwart und Freundschaft anzubieten. Verschließen wir uns nicht diesem Angebot der Liebe Gottes, sondern lassen wir uns von ihm verwandeln, um an seinem Reich des Friedens und der Gerechtigkeit für die ganze Welt mitzuarbeiten. Euch allen wünsche ich einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche!“
(rv 18.07.2010 vp)
Samstag, 10. Juli 2010 - 15:47 Uhr
Letzte Generalaudienz vor dem Sommer – Papst warnt vor Gefahren schrankenloser Freiheit
Papst Benedikt XVI. hat vor den Gefahren einer schrankenlosen Freiheit gewarnt. Die Geschichte der Moderne und die tägliche Erfahrung lehrten, dass Freiheit nur dann zur Errichtung einer menschlichen Zivilisation beitragen könne, wenn sie mit der Wahrheit versöhnt sei, sagte der Papst am Mittwoch bei seiner Generalaudienz. Bevor der Papst die Generalaudienz in Angriff nahm, segnete er eine neue Staue an der Außenseite des Petersdoms ein. Benedikt XVI. betete vor der über 5 Meter hohen Marmorfigur des heiligen Annibale Maria di Francia (1851-1927). Die Skulptur des römischen Künstlers Giuseppe Ducrot steht in der ersten Nische unter dem Arco delle Campane an der linken Außenseite des Petersdoms. An diesem Teil der Mauern befinden sich bereits Figuren mehrerer Ordengründer. Der in Messina auf Sizilien geborene di Francia gründete die Kongregation des Herzens Jesu und den Orden der Rogationisten.
Danach begab sich der Papst in die Audienzhalle, wo ihn mehrere Tausend Pilger und Besucher erwarteten. In seiner Mittwochskatechese stellte der Papst diesmal den seligen Johannes Duns Scotus vor. Benedikt XVI. verwies auf die kosmopolitische Prägung dieses mittelalterlichen Franziskanertheologen, der 1308 mit 43 Jahren in Köln gestorben ist.
„Aus seinem theologischen Werk, das aus seiner Lehrtätigkeit in Oxford, Cambridge und Paris hervorgegangen ist, möchte ich zwei Themen herausgreifen, die er mit großem Scharfsinn dargelegt hat. Wie sein Ordensvater Franziskus widmete sich Duns Scotus der Betrachtung des zentralen Geheimnisses der Menschwerdung Gottes. Anders als viele seiner Zeitgenossen sah er darin nicht in erster Linie die Antwort auf die Tragik des Sündenfalls, sondern die in Gottes Plan von Anfang an vorgesehene höchste Vollendung der Schöpfung, an der alle Menschen teilhaben sollen.“
Der zweite Punkt, den der Papst hervorhob, war Duns Scotus Darlegung der unbefleckten Empfängnis, also der Bewahrung Marias vor der Erbsünde.
„Es bestand ja der Einwand: Wenn Maria ohne Erbsünde geboren ist, dann brauchte sie die Erlösung durch Christus nicht, und das kann nicht sein. Duns Scotus hat gezeigt, dass sie vorerlöst ist, dass sie – in der erlösenden Liebe Gottes eingeschlossen – schon von Anfang an von dieser Liebe getragen und durchdrungen ist. Dazu hat er uns das Besondere dieses Geheimnisses und das Ganze der marianischen Wirklichkeit neu vor Augen gestellt. Der Glaubenssinn des Gottesvolkes hatte dies schon lange geglaubt, ohne die theologischen Formeln dafür zu haben. Dies ist ein typisches Beispiel dafür, dass oft der Glaube des Gottesvolkes dem Denken der Theologen vorangeht. Und erst, als das Denken der Theologen alles genügend geklärt hatte, konnte 1854 Papst Pius IX. dieses Dogma von der Erbsündenbewahrung Marias verkünden. In alledem sehen wir die große Liebe des seligen Duns Scotus zu Christus als Mitte aller Wirklichkeit und zu Maria, die für den Sohn Gottes das Tor in die Schöpfung hinein geworden ist.“
Ganz herzlich begrüßte Benedikt XVI. die deutschsprachigen Pilger und Besucher.
„Für den seligen Johannes Duns Scotus stand Christus im Zentrum der Geschichte, und auf ihn hat er auch sein eigenes Leben ausgerichtet und so die wahre Freiheit gefunden. Das soll uns allen ein Ansporn sein, uns gerade auch in den Sommermonaten mehr Zeit für das Gebet zu nehmen, um Christus nahe zu sein und in der Liebe zu ihm zu wachsen. Euch allen wünsche ich einen gesegneten Aufenthalt in Rom.“
Die Generalaudienz war die letzte vor dem Sommerurlaub Benedikts XVI. in Castel Gandolfo. Bis Ende Juli sind alle öffentlichen Termine des Papstes ausgesetzt. An diesem Mittwochabend bricht der Papst zu seinem Sommersitz in den Albaner Bergen auf.
(rv 07.07.2010 mg)
Dienstag, 6. Juli 2010 - 19:39 Uhr
Papst: „Das wahre Gebet lenkt nicht vom Leben ab“
Am Sonntagabend beendete Papst Benedikt XVI. seine letzte Reise vor den Sommerferien, es ging in die Abruzzen, nach Sulmona. Wir haben ausführlich darüber berichtet. Den Abschluss fand die kurze Reise in einem Treffen mit Jugendlichen, mittlerweile ein vertrauter Teil von Papstreisen. Und noch einmal griff der Papst das Thema seiner Reise auf, die Begegnung Gottes im Gebet.
„Ihr habt mich gefragt, wie man die Stimme Gottes erkennen kann. Also, das Geheimnis des Rufes Gottes ist in der Fähigkeit und der Freude, seine Stimme zu erkennen, zu hören und ihr zu folgen. Um das zu können, müssen wir unser Herz daran gewöhnen, den Herrn zu erkennen, ihn zu hören als eine Person, die mir nahe ist und die mich liebt. Wie ich heute Morgen (Sonntagmorgen, Anmerk. d. Red.) gesagt habe: Es ist wichtig zu lernen, Augenblicke der Stille in unserem Alltag zu erlernen, um die Stimme des Herrn hören zu können. Seid gewiss: wenn jemand lernt, diese Stimme zu hören und ihr ganzen Herzens zu folgen, so hat er Angst vor gar nichts, er weiß und spürt, dass Gott mit ihm und mit ihr ist, Freund, Vater und Bruder.“
Das Erinnern sei ein echtes Plus für das Leben. Die von den Jugendlichen erwähnten Weltjugendtage genauso wie der Anlass des Besuches des Papstes, der heilige Papst Coelestin V., bewahrten vor einer Konsumkultur, die nur das Jetzt kenne. In dieser könne man Gott nicht wahrnehmen. Coelestin – der vor seiner Papstwahl Einsiedlermönch gewesen war – und andere geistlichen Gestalten könnten uns auch heute noch helfen, das Gebet neu zu erlernen:
„Das wahre Gebet ist nicht weit weg von der Wirklichkeit. Wenn euch das Gebet vom eurem wirklichen Leben wegführt und entfremdet, seid auf der Hut: das ist kein echtes Gebet! Es geht nicht darum, die Worte zu vermehren – das sagte schon Jesus – sondern ganz in der Gegenwart Jesu zu bleiben und die Worte des Vater Unser zu wiederholen, dass alle Probleme unseres Lebens umgreift, oder in der Anbetung, in der Meditation der Schrift oder der Liturgie. Alles das lenkt nicht vom Leben ab.“
Die Jugendlichen hatten den Papst herzlich begrüßt, erzählten aber auch von den großen Problemen, die sie heute zu bewältigen haben: von Arbeitslosigkeit zu Gefährdung der Schöpfung, von persönlicher Ungewissheit zum Auseinanderbrechen der Familien.
„Liebe Freunde, der Glaube und das Gebet lösen keine Probleme, aber sie erlauben uns, sie mit Licht und neuer Kraft anzugehen, in einer für den Menschen würdigen Weise, und auch in einer heiteren und wirksamen Weise. Liebe Jugendliche: lasst euch von Christus ganz erobern!“
(rv 05.07.2010 ord)


