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Blog: Audienz beim Papst

Blog: Audienz beim Papst

Freitag, 28. Mai 2010 - 07:02 Uhr
GENERALAUDIENZ Petersplatz Mittwoch, 26. Mai 2010


Liebe Brüder und Schwestern!

Den Priestern kommen in der Kirche drei wesentliche Ämter oder Dienste zu: Lehren, Heiligen und Leiten. Die ersten beiden habe ich bereits in zwei Katechesen der vergangenen Wochen behandelt, so daß ich heute von der priesterlichen Aufgabe des Leitens sprechen möchte. Jesus Christus ist dabei der Orientierungsmaßstab: Er ist das vollkommene Vorbild eines jeden Priesters, er ist der Gute Hirte, der Menschen in seine Nachfolge ruft und ihnen einen Teil seiner Herde anvertraut, damit sie für diese Anempfohlenen sorgen und sie mit der von Gott verliehenen Autorität leiten. Wenn wir heute das Wort Autorität hören, denken wir leider auch an die Diktaturen des 20. Jahrhunderts, die in Ost und West von willkürlicher Macht und blindem oder erzwungenem Gehorsam geprägt waren. Wenn hingegen die Priester im Namen Christi und der Kirche die Gläubigen leiten, so ist dies kein Herrschen, sondern ein Dienst, der die Freiheit und Würde der Menschen achtet und ihr wahres Heil sucht. Der Priester kann dieser Aufgabe nur gerecht werden, wenn er gelernt hat, sich in seinem eigenen Leben von Gott leiten zu lassen, wenn er als Hirte der Herde mit gutem Beispiel vorangeht, wenn er jeden Tag aus der innigen Beziehung zu Christus Kraft und Orientierung schöpft und wenn er fest davon überzeugt ist, daß es keinen schöneren und fruchtbareren Lebensinhalt gibt, als den Menschen das Evangelium zu verkünden, ihren Glauben zu stärken und sie zu Gott zu führen.

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Ganz herzlich heiße ich die deutschsprachigen Pilger und Besucher willkommen. Besonders grüße ich heute die Priesterjubilare aus dem Erzbistum Paderborn in Begleitung von Weihbischof Matthias König sowie die Kirchenchöre aus dem Bistum Passau in Begleitung von Bischof Wilhelm Schraml. Euch alle bitte ich um euer Gebet für meinen Dienst als Nachfolger Petri sowie für alle Bischöfe und Priester, daß wir gute Hirten und Werkzeuge der Liebe Christi sind. Der Beistand des Heiligen Geistes begleite und führe euch auf all euren Wegen!

Freitag, 28. Mai 2010 - 07:01 Uhr
GENERALAUDIENZ Petersplatz Mittwoch, 19. Mai 2010


Liebe Brüder und Schwestern!

Heute möchte ich, wie üblich, eine kurze Rückschau auf meine Apostolische Reise nach Portugal vergangene Woche halten. Dieser Besuch war ein Fest der Freude, des Glaubens und der Hoffnung für die Kirche und die Menschen in diesem Land. Der begeisterte Empfang und die herzliche Aufnahme, die ich überall erfahren durfte, haben mich sehr gefreut, und allen möchte ich dafür ganz herzlich danken. Die Gottesdienste in Lissabon, Fatima und Porto wie auch die Begegnungen mit Vertretern der Welt der Kultur und aus dem Bereich der Sozialpastoral standen im Zeichen der Hoffnung, die Jesus Christus selbst ist und die wir als seine Jünger zu den Menschen bringen sollen. Gerade von Portugal aus sind im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Missionare aufgebrochen, um in der Welt das Evangelium zu verkünden. Ich habe die Gläubigen ermutigt, auch heute die Frohbotschaft Christi in allen Lebensbereichen zu verkünden und den Samen der Hoffnung auszustreuen. Unter der großen Schar von Gläubigen bin ich nach Fatima gepilgert, dem geistlichen Herzen Portugals. Dort hat Maria durch die Erscheinung vor den Hirtenkindern der Welt einen besonderen Ort der Gnade aufgetan, wo wir die heilende und rettende Barmherzigkeit Gottes erfahren können. Die Botschaft von Fatima ist eine Botschaft der Hoffnung, ein Aufruf zu Gebet, Buße und Umkehr, um im Vertrauen in Gottes Handeln, in der Hoffnung und in der Liebe zu wachsen. In Fatima habe ich schließlich in diesem Priesterjahr, das bald zu Ende geht, die Priester der Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens anvertraut und geweiht.

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Einen frohen Gruß richte ich an alle Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum und aus den Niederlanden. Maria ist Gottes Mutter und auch unsere Mutter. Mit Maria haben wir Hoffnung; mit ihr gehen wir unsere irdische Pilgerschaft, und sie führt uns sicher den Weg zu ihrem Sohn Jesus Christus. Im Vertrauen auf ihre Fürsprache bitten wir den Herrn um die Kraft des Heiligen Geistes, um den Menschen das Licht und die Freude Christi zu bringen. Von Herzen segne ich euch alle.

Mittwoch, 5. Mai 2010 - 20:08 Uhr
GENERALAUDIENZ Petersplatz Mittwoch, 5. Mai 2010

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute möchte ich mich erneut mit den spezifischen Aufgaben des Priesters befassen, die im wesentlichen drei Tätigkeiten betreffen: lehren, heiligen und leiten. In einer früheren Katechese habe ich bereits über den ersten dieser Dienste gesprochen: Das priesterliche Lehren ist eine prophetische Aufgabe, die den Menschen die lebendige Wahrheit Gottes zu Gehör bringt und ihm hilft, das wahre Leben und die wahre Wirklichkeit zu erkennen. Heute wollen wir uns nun dem Heiligungsdienst des Priesters zuwenden. Da muß zunächst klar sein: Was heißt eigentlich heilig? Die Heiligkeit ist eine besondere Eigenschaft Gottes, der absolute Wahrheit und Güte, Liebe und Schönheit ist. Eine Person heiligen heißt dann, sie in Kontakt mit Gott zu bringen, mit seinem Licht, mit der Wahrheit und der reinen Liebe. Und dieser Kontakt wird den Menschen verwandeln. Wir glauben fest: Es ist Christus selbst, der heilig macht. Die Mission seiner Jünger begann damit, daß er sie in seine heiligende Nähe rief (vgl. Mk 3, 14). Dieser Ruf setzt sich in der Geschichte durch das Weihesakrament fort, mit dem der Herr die Priester zu Trägern und Vermittlern seines Heilswirkens an die Menschen macht. Die Priester sind berufen, bei diesem Werk mitzuwirken und danach zu streben, in ihrem eigenen Leben mit der Person des Erlösers immer mehr eins zu werden. Die Eucharistie steht dabei im Mittelpunkt des Heiligungsdienstes des Priesters. Hier will Jesus bei uns bleiben, in uns leben, sich uns schenken. Er will als der erbarmende und nahe Gott in der Wirklichkeit der Menschen zugegen sein. Dies geschieht nicht nur durch das Wort, das der Priester verkündet, sondern auch durch den Vollzug des zeichenhaften Tuns in der Liturgie, in der Gott mit seiner Gnade den Menschen heute konkret begegnet.

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Von Herzen heiße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache willkommen und heute besonders auch die Familien und Freunde der neuen Rekruten der Schweizergarde. Mit Freude grüße ich ebenfalls die Wallfahrer aus dem Bistum Roermond mit Bischof Wiertz und Weihbischof De Jong, die aus Anlaß des 450jährigen Bestehens ihrer Diözese zu den Gräbern der Apostelfürsten gepilgert sind. Euch alle ermutige ich, auf dem Weg der Heiligung durch den häufigen Empfang des Sakraments der Versöhnung und der Eucharistie voranzuschreiten. Der Heilige Geist mache euch alle zu Boten der Liebe Christi.

Donnerstag, 29. April 2010 - 19:39 Uhr
GENERALAUDIENZ Petersplatz Mittwoch, 28. April 2010


Liebe Brüder und Schwestern!

In der heutigen Audienz möchte ich zwei Priestergestalten vorstellen, die im Turin des 19. Jahrhunderts ihr Leben ganz in den Dienst der Armen gestellt haben. Der heilige Leonardo Murialdo stammte aus einer kinderreichen Familie und wurde in katholischen Ordensschulen erzogen, doch als Jugendlicher durchlebte er eine tiefe Glaubenskrise. Seine Rückkehr zu Gott und seine Berufung zum Priester sah er deshalb immer als ein unverdientes Geschenk der göttlichen Vaterliebe. Nach über zwanzig Jahren der geistlichen, leiblichen und schulischen Fürsorge für bedürftige Jugendliche gründete er die Kongregation des heiligen Josefs, in der er viele andere zu einem eifrigen und konsequenten Priesterleben führte. Der heilige Giuseppe Benedetto Cottolengo, an dessen Grab ich am kommenden Sonntag in Turin beten werde, wirkte zu Beginn des 19. Jahrhunderts zunächst als vielgesuchter Beichtvater und geschätzter Prediger. Doch eines Nachts stellte ihn die göttliche Vorsehung an die Seite einer Mutter, die bei der Geburt ihres sechsten Kindes im Kreis ihrer mittellosen Familie verstarb. Aus dieser erschütternden Erfahrung erwuchs im Gebet gleichsam eine neue Berufung, die zur Gründung des „Kleinen Hauses der göttlichen Vorsehung führte“, das zunächst außerhalb von Turin und heute an vielen Orten der Welt armen und kranken Menschen ein Zuhause bietet.

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Ein herzliches Grüß Gott sage ich allen Pilgern und Besuchern aus den Ländern deutscher Sprache. Ich heiße hier besonders die Mitglieder des Bundes katholischer Unternehmer sowie die Priester aus der Diözese Feldkirch mit ihrem Bischof Dr. Elmar Fischer willkommen. Das leuchtende Beispiel der heiligen Leonardo Murialdo und Giuseppe Benedetto Cottolengo zeigt uns, daß wir nur dann wirklich Werkzeuge der barmherzigen Liebe Gottes sein können, wenn wir in Christus und in der Kirche leben. Der Heilige Geist erfülle eure Herzen mit seiner Gnade!

Donnerstag, 29. April 2010 - 19:38 Uhr
GENERALAUDIENZ Petersplatz Mittwoch, 21. April 2010


Liebe Brüder und Schwestern!

Wie ihr wißt, habe ich am vergangenen Samstag und Sonntag eine Apostolische Reise nach Malta unternommen, bei der ich heute kurz verweilen möchte. Anlaß meines Pastoralbesuchs war der 1950. Jahrestag des Schiffbruchs des Apostels Paulus an der Küste des maltesischen Archipels und seines etwa dreimonatigen Aufenthalts auf diesen Inseln. Das Ereignis ist um das Jahr 60 anzusiedeln; im Buch der Apostelgeschichte wird davon ausführlich berichtet (Kap. 27–28). Wie der hl. Paulus, so habe auch ich den herzlichen Empfang der Malteser erfahren – er war wirklich außerordentlich –, und dafür bringe ich erneut dem Präsidenten der Republik, der Regierung und den anderen staatlichen Obrigkeiten meinen aufrichtigen und herzlichen Dank zum Ausdruck. Ebenso danke ich in brüderlicher Verbundenheit den Bischöfen des Landes sowie allen, die dazu beigetragen haben, diese festliche Begegnung des Nachfolgers Petri mit der maltesischen Bevölkerung vorzubereiten. Die Geschichte dieses Volkes ist seit beinahe 2000 Jahren untrennbar mit dem katholischen Glauben verbunden, der seine Kultur und seine Traditionen prägt: Es heißt, daß es auf Malta 365 Kirchen gibt, »eine für jeden Tag im Jahr«, ein sichtbares Zeichen für diesen tiefen Glauben!

Alles begann mit jenem Schiffbruch: Nachdem es 14 Tage lang abgedriftet war, von den Winden getrieben, lief das Schiff, das den Apostel Paulus und viele andere Personen nach Rom bringen sollte, auf eine Sandbank vor der Insel Malta auf. Ich habe mich daher nach der sehr herzlichen Begegnung mit dem Präsidenten der Republik in der Hauptstadt Valletta – wunderschön umrahmt durch die freudige Begrüßung vieler Jungen und Mädchen – sofort auf eine Pilgerfahrt begeben zur sogenannten »Grotte des hl. Paulus« in der Nähe von Rabat, um dort einen Augenblick im tiefen Gebet zu verweilen. Dort konnte ich auch eine große Schar maltesischer Missionare begrüßen. Wenn man an dieses kleine Archipel mitten im Mittelmeer denkt und daran, wie das Samenkorn des Evangeliums dorthin gelangt ist, kommt großes Staunen auf über die geheimnisvollen Pläne der göttlichen Vorsehung: Unwillkürlich dankt man dem Herrn und auch dem hl. Paulus, der inmitten dieses gewaltigen Sturms das Vertrauen und die Hoffnung behielt und sie auch den Reisegefährten vermittelte. Dieser Schiffbruch oder vielmehr der darauf folgende Aufenthalt des Paulus auf Malta brachte eine fromme und solide christliche Gemeinde hervor, die auch 2000 Jahre später noch dem Evangelium treu und darum bemüht ist, es mit den schwierigen Fragen der gegenwärtigen Epoche zu verknüpfen. Das ist natürlich nicht immer einfach und auch nicht selbstverständlich, aber das maltesische Volk ist in der Lage, in der christlichen Lebensauffassung die Antworten auf die neuen Herausforderungen zu finden. Ein Zeichen dafür ist zum Beispiel die Tatsache, daß es am tiefen Respekt für das noch ungeborene Leben und die Sakralität der Ehe festgehalten und entschieden hat, Abtreibung und Scheidung nicht in die Rechtsordnung des Landes einzuführen.

Meine Reise hatte daher den Zweck, die Kirche in Malta im Glauben zu stärken. Sie ist eine sehr lebendige Wirklichkeit, die auf Malta und Gozo gut integriert und gegenwärtig ist. Die ganze Gemeinde hatte sich in Floriana versammelt, auf dem »Piazzale dei Granai«, vor der Kirche des hl. Publius, wo ich die heilige Messe gefeiert habe, an der eine rege Teilnahme herrschte. Es war für mich ein Grund der Freude und auch des Trostes, die besondere Herzlichkeit dieses Volkes zu spüren, das den Eindruck vermittelt, eine große Familie zu sein, vereint durch den Glauben und die christliche Lebensauffassung. Nach der Feier hatte ich auf meinen Wunsch hin eine Begegnung mit einigen Personen, die Opfer von Mißbrauch von seiten Angehöriger des Klerus geworden sind. Ich habe ihr Leid mit ihnen geteilt und habe tief erschüttert mit ihnen gebetet und das Handeln der Kirche zugesichert.

Obgleich Malta den Eindruck vermittelt, eine große Familie zu sein, darf man dennoch nicht denken, daß es aufgrund seiner geographischen Lage eine von der Welt »abgeschiedene« Gesellschaft sei. Daß dem nicht so ist, sieht man zum Beispiel an den Beziehungen, die Malta zu verschiedenen Ländern unterhält, sowie an der Tatsache, daß sich in vielen Nationen maltesische Priester befinden. Die Familien und die Pfarreien von Malta konnten nämlich vielen Jugendlichen durch die Erziehung ein Bewußtsein für Gott und für die Kirche vermitteln, so daß viele von ihnen großherzig auf den Ruf Jesu geantwortet haben und Priester geworden sind. Viele von ihnen widmen sich der missionarischen Arbeit »ad gentes«, in fernen Ländern, als Erben des apostolischen Geistes, der den hl. Paulus anspornte, das Evangelium dorthin zu bringen, wohin es noch nicht gelangt war. Diesen Aspekt habe ich gern noch einmal hervorgehoben: »Der Glaube wird stark durch Weitergabe!« (Enzyklika Redemptoris missio, 2). Auf der Grundlage dieses Glaubens hat Malta sich entwickelt, und jetzt öffnet es sich für verschiedene wirtschaftliche, soziale und kulturelle Wirklichkeiten, zu denen es einen wertvollen Beitrag leistet.

Natürlich mußte sich Malta im Laufe der Jahrhunderte oft verteidigen – und man sieht es an seinen Befestigungsanlagen. Die strategische Lage des kleinen Archipels zog offensichtlich die Aufmerksamkeit der verschiedenen politischen und militärischen Mächte auf sich. Dennoch ist die tiefste Berufung Maltas die christliche Berufung, also die universale Berufung zum Frieden! Das berühmte Malteserkreuz, das alle mit dieser Nation verbinden, hat oftmals in Konflikten und Auseinandersetzungen geweht. Aber gottlob hat es niemals seine wahre und immerwährende Bedeutung verloren: Es ist das Zeichen der Liebe und der Versöhnung, und dies ist die wahre Berufung der Völker, die die christliche Botschaft annehmen und an ihr festhalten!

Als natürlicher Knotenpunkt liegt Malta inmitten von Migrationsrouten: Männer und Frauen, wie einst der hl. Paulus, landen an den maltesischen Küsten, manchmal getrieben durch sehr harte Lebensumstände, durch Gewalt und Verfolgung, und das bringt natürlich schwierige Probleme auf humanitärer, politischer und juridischer Ebene mit sich. Die Lösung dieser Probleme ist nicht einfach, muß aber mit Beharrlichkeit und Ausdauer angestrebt werden, wobei auf internationaler Ebene gemeinsame Maßnahmen ergriffen werden müssen. So sollte es in allen Nationen geschehen, bei denen die christlichen Werte zu den Wurzeln ihrer Verfassungen und Kulturen gehören.

Die Herausforderung, in der Komplexität des Heute die immerwährende Gültigkeit des Evangeliums anzunehmen, ist faszinierend für alle, besonders aber für die Jugendlichen. Die neuen Generationen nämlich spüren diese Herausforderung in stärkerem Ausmaß, und daher durfte für mich auch auf Malta, trotz der Kürze meines Besuchs, die Begegnung mit den Jugendlichen nicht fehlen. Es war ein Augenblick des tiefen und intensiven Dialogs, der noch schöner wurde durch den Ort, an dem er stattfand – dem Hafen von Valletta –, und durch die Begeisterung der Jugendlichen. Ich mußte ihnen einfach die Erfahrung in Erinnerung rufen, die der hl. Paulus als junger Mann gemacht hat: eine außergewöhnliche, einzigartige Erfahrung, die dennoch die neuen Generationen jeder Epoche anspricht, aufgrund jener radikalen Umwandlung, die auf die Begegnung mit dem auferstandenen Christus folgte. Ich habe also in den Jugendlichen von Malta die potentiellen Erben des geistlichen Abenteuers des hl. Paulus erblickt, die wie er berufen sind, die Schönheit der Liebe Gottes zu entdecken, die uns in Jesus Christus geschenkt wurde; das Geheimnis seines Kreuzes anzunehmen; gerade in Prüfungen und Leiden Sieger zu sein und keine Angst zu haben vor den »Stürmen « des Lebens und nicht einmal vor Schiffbrüchen, denn der Liebesplan Gottes ist auch größer als Stürme und Schiffbrüche.

Liebe Freunde, das war in kurzen Worten die Botschaft, die ich nach Malta gebracht habe. Aber wie bereits erwähnt habe ich selbst viel von jener Kirche erhalten, von jenem von Gott gesegneten Volk, das es verstanden hat, gut mit seiner Gnade zusammenzuarbeiten. Durch die Fürsprache des Apostels Paulus, des heiligen Priesters Giorgio Preca, des ersten maltesischen Heiligen, und der Jungfrau Maria, der die Gläubigen von Malta und Gozo große Verehrung entgegenbringen, möge es auch weiterhin stets in Frieden leben und gedeihen.

Vergangenen Samstag und Sonntag hatte ich die Freude, die Kirche und die Menschen in Malta zu besuchen. Der Anlaß meiner Apostolischen Reise war der 1950. Jahrestag der Ankunft des heiligen Paulus auf dieser Insel. Wie der Völkerapostel durfte auch ich die herzliche Aufnahme seitens des maltesischen Volkes erfahren, wofür ich allen danke, und der begeisterte Empfang durch die Kinder und Jugendlichen hat mich besonders gefreut. Die Höhepunkte meiner Reise waren der Besuch der Grotte des heiligen Paulus bei Rabat, die Eucharistiefeier in Floriana und das Treffen mit den Jugendlichen in Valletta. Der Schiffbruch des heiligen Paulus vor der maltesischen Küste wurde nach dem geheimnisvollen Plan der göttlichen Vorsehung der Beginn einer großen Aussaat des Evangeliums auf diesen Inseln, die bis heute andauert. Seit damals ist die Geschichte des maltesischen Volkes untrennbar mit dem katholischen Glauben verbunden, der seine Kultur und seine Traditionen tief geprägt hat. Auch heute sind das Evangelium und die Lehre der Kirche die Richtschnur bei der Suche nach Antworten auf die aktuellen Herausforderungen. Davon sprechen die uneingeschränkte Achtung des ungeborenen Lebens und der Heiligkeit der Ehe in der Gesetzgebung des Landes. Der apostolische Geist des heiligen Paulus ist in der Kirche auf Malta und Gozo lebendig, von der viele Priester und Ordensleute als Missionare in die ganze Welt hinaus gezogen sind. Mit ihrem Einsatz machen sie deutlich, daß der Glaube durch die Weitergabe an andere stark wird.

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Sehr herzlich grüße ich alle Pilger und Besucher deutscher Sprache. Einen besonderen Gruß richte ich an die Teilnehmer und Unterstützer des Spendenstaffellaufs von Wittenberg nach Rom „Von Luther zum Papst“. Die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn hat das Leben des heiligen Paulus verwandelt, der auf Malta, hier in Rom und in vielen Ländern das Evangelium verkündet hat. Wie er wollen auch wir die Botschaft des Kreuzes und der Liebe Christi zu den Menschen bringen. Der Herr schenke euch die Kraft seines Heiligen Geistes.

Samstag, 17. April 2010 - 07:12 Uhr
GENERALAUDIENZ Petersplatz Mittwoch, 14. April 2010

Der priesterliche Dienst

Liebe Brüder und Schwestern!

Vor dem Ende des Priesterjahres möchte ich in den Katechesen der Generalaudienz noch einmal einige Aspekte des priesterlichen Dienstes mit euch betrachten. Es paßt auch gut in die Osterzeit, wenn wir uns daran erinnern, daß der Auferstandene es war, der die Jünger gerufen hat, zu taufen, Menschen zu lehren und zu Jüngern zu machen (vgl. Mt 28,19f), und daß der Auferstandene ihnen die Vollmacht erteilt hat, Sünden zu vergeben (vgl. Joh 20,23). Aus diesen Auftragsworten des Herrn leiten sich die drei priesterlichen Dienste her: das Volk Gottes zu heiligen, zu lehren und zu leiten. Heute möchte ich zunächst den Dienst des Lehrens betrachten. Der Priester als Lehrer – das heißt nicht, daß er sich selber in den Vordergrund stellt oder irgendwelche Disziplinen abhandelt, die es gäbe, sondern er stellt sich in den Dienst Jesu Christi, der das Wort der Wahrheit selber ist. Denn die Grundfrage des Menschen ist ja: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was soll ich tun? Auf diese Grundfragen braucht er Antwort, und die kann man sich nicht selbst ausdenken, sondern die Antwort muß aus der Wahrheit selbst, muß von Gott her kommen. Christus als das Wort Gottes hat sie uns geschenkt und gezeigt. Der Priester verkündet sie, er steht im Dienst dieser Wahrheit. Er propagiert nicht eigene Ansichten und Meinungen, sondern er ist demütiger Diener dessen, was uns allen gemeinsam ist und uns allen den Weg bereitet. Das bedeutet natürlich nicht, daß er etwas Fremdes sozusagen neutral anbietet, sondern verlangt, daß er innerlich in diese Wahrheit hineinwächst, sich von ihr formen läßt und so das Gemeinsame weitergibt, das auch sein eigenes Leben geformt hat. Das kann mit sich bringen, daß der Priester Rufer in der Wüste ist, das heißt, daß er gegen die herrschenden kulturellen Tendenzen steht und daß er im Widerstand gegen eingefahrene herrschende Meinungen das verkündigen muß, was eigentlich der Weg des Menschen ist. Und dabei ist dann wichtig, wie ich schon sagte, daß der Priester durch sein Leben selbst zeigt, daß er von der Wahrheit ergriffen ist, daß er nicht sich propagiert, sondern sich von ihr ständig neu kritisieren und umformen läßt, und durch einen Prozeß der Demut vor der Wahrheit und des Lebens in sie hineinwächst, sie glaubwürdig und vor allem auch gegenwärtig und heute verständlich macht. Der heilige Pfarrer von Ars ist uns gerade in seiner Schlichtheit ein Beispiel. Er hat keine gelehrten Theorien verkündet, aber er hat in die Wahrheit so „hinein“ gelebt, daß er sie verstanden hat und daß er sie in ihrer Aktualität überzeugend zu den Menschen zu bringen vermochte. Wenn wir all das bedenken, sehen wir, daß der Herr den Priestern eine große Aufgabe anvertraut hat, hinter der sie – hinter der wir – immer wieder zurückbleiben, aber die dadurch nicht aufhört, eine grundlegende Aufgabe für diese Welt zu sein. Jeder Priester soll mit Herz und Mund und in der Heiligkeit seiner Lebensführung der Stimme Ausdruck geben, auf die wir warten, nämlich der Stimme des Guten Hirten Jesus Christus.

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Mit Freude grüße ich alle deutschsprachigen Pilger und Besucher. Von Herzen bitte ich euch, stets für gute Priester und Priesterberufungen zu beten und den Priestern zu helfen, daß sie mehr und mehr lernen, wirklich Priester zu sein, daß sie den Leidenden, den Armen und den Bedürftigen Christus selber bringen. Der barmherzige Gott segne euch und eure Familien und schenke euch eine gesegnete Osterzeit!

Samstag, 17. April 2010 - 07:10 Uhr
GENERALAUDIENZ Petersplatz Mittwoch, 7. April 2010

Osteroktav

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Freude über die Auferstehung Jesu prägt diese Woche der Osteroktav und darüber hinaus die fünfzig Tage bis zum Pfingstfest. So steht die heutige Audienz ganz im Licht von Ostern, dem wunderbaren Heilswirken Gottes, das den zentralen Inhalt und den Hauptgrund unseres Glaubens darstellt. Auch wenn sich der Vorgang der Auferstehung selbst der Beschreibung durch Worte entzieht, so handelt es sich doch um ein historisches Ereignis, das im Evangelium durch glaubwürdige Zeugen belegt ist. Gott selbst hat seine Engel als Boten ausgeschickt, und diese beauftragen wiederum die Frauen am leeren Grab, den Aposteln die frohe Botschaft zu bringen. Wenn wir heute an Christus glauben können, so verdanken wir dies all den Scharen von Gläubigen, die durch die Jahrhunderte hindurch diese Frohbotschaft treu und mutig verkündet und weitergegeben haben, und zwar nicht nur mit Worten, sondern auch mit ihrem Leben. Dabei handelten sie nicht nur aus eigener Kraft, denn, so sagt der Evangelist Markus, „der Herr stand ihnen bei und bekräftigte die Verkündigung durch die Zeichen, die er geschehen ließ“ (Mk 16,20).

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In österlicher Freude heiße ich alle Pilger und Besucher aus den Ländern deutscher Sprache willkommen und grüße besonders die vielen Jugendlichen, die Ministranten, Firmlinge und Schüler. Gerade angesichts der Not und der Gewalt, die wir in vielen Teilen der Welt sehen, dürfen wir in dieser Osterzeit fest auf den Beistand des auferstandenen Christus vertrauen. Er hat den Tod und die Sünde besiegt und lädt uns ein, in sein neues Leben einzutreten. Dieses neue Leben wollen wir in unseren Worten und Werken sichtbar machen und Boten dafür sein: Der Herr ist wahrhaft auferstanden und lebt unter uns. Euch allen wünsche ich eine gesegnete Osterzeit.

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