Rom erleben & Vatikan entdecken

(10) 4. Februar | Schneelandschaft in Rom


Rom ist wunderschön! St. Peter, der Petersplatz traumhaft! Alles ist in eine tiefe Schneedecke gehüllt. Kinder und Erwachsene bewundern das Naturschauspiel, auch der Hl. Vater hat sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen, er hat von seinem Fenster aus zugeschaut... Schneemänner werden gebaut und Fotos gemacht. Einige liefern sich Schneeballschlachten und amüsieren sich sehr dabei... Es ist wunderschön. Ein Bild, das Rom sonst nicht kennt. Abgesehen von dieser Schönheit, ist Rom vollkommen ausser Gefecht gesetzt. Nichts geht mehr, Züge stehen still, Busse fahren nicht und Fußgänger sieht man auch selten, da es keinen öffentlichen Räumdienst gibt - zumindest nicht so wie wir ihn kennen. Der Bürgermeister Gianni Alemanno von Rom hat allen Schulen Schnee-frei gegeben und öffentliche Büros sind bis auf weiteres geschlossen.
Seit 1986 hat es hier so nicht mehr geschneit. Eine Stadt, die nur an Sonne und Wärme gewöhnt ist, liegt im Schnee. Wunderschön!

Rom im Schnee | Rechte www.triff-den-papst.de

(9) 2. Februar - Darstellung des Herrn


Die Darstellung des Herrn im Tempel ist ein Fest, das die frühe Christenheit schon bald, 40 Tage nach Weihnachten, Christi Geburt gefeiert hat. Was dieses Fest inhaltlich bedeutet, kann man im Lukasevangelium nachlesen. „Es kam für die Eltern Jesu der Tag vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen, gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe. Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war, nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten: Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. Seine Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen” (Lk 2,22-35).
Jesus wird in den Tempel gebracht und dem Herrn geweiht, wie es das Gesetz des Mose vorschrieb. Aus einem eigentlichen Herrnfest wurde bei uns im Westen ein Marienfest verstanden und gemacht. Daher trägt der heute Festtag auch den Namen „Maria Lichtmess”. Maria ist diejenige, die das Licht der Welt unter ihrem Herzen getragen, geboren und im Tempel aufgeopfert hat. Seit der Liturgiereform von 1960 aber wird dieses Fest auch bei uns wieder als Fest der Darstellung des Herrn gefeiert. Tag des gottgeweihten Lebens. Wie Jesus an jenem Tag von seinen Eltern in den Tempel nach Jerusalem gebracht und Gott geweiht wurde, so sollen sich auch alle Ordensleute, alle Priester und alle gottgeweihten Menschen daran erinnern, dass sie ihr Leben Gott geweiht und Gott geschenkt haben. Seit 1997, auf Wunsch des Seligen Johannes Paul II., begeht die katholische Kirche jeweils am 2. Februar den Tag des gottgeweihten Lebens. Jesus Christus ist das Licht der Welt und an seinem Licht entzünden sich immer wieder neue geistliche Berufungen, die dann Sein Licht in die Welt tragen und wiederspiegeln. Der Festtag des gottgeweihten Lebens wird hier in Rom mit einer Vesper für die Mitgliedern der Institute geweihten Lebens und der Gesellschaften apostolischen Lebens um 17.30 Uhr im Petersdom unter dem Vorsitz des Hl. Vaters, Papst Benedikt XVI. begangen

(8) Bekehrung des Apostels Paulus - 25. Januar


Eine der prächtigsten Basiliken Roms ist dem Apostel Paulus geweiht. Wie Paulus zum Apostel wurde, können wir in der Apostelgeschichte nachlesen und ist uns heute als „Damaskusereignis” bekannt, da Paulus sich auf dem Weg nach Damaskus befand um dort die Anhänger des neuen Weges, die Christen, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen. Unterwegs aber geschah es, dass ihn ein Licht vom Himmel umstrahlte, er zu Boden stürzte und eine Stimme hörte. Diese Stimme sagte zu ihm: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? (vgl. Apg 9,1-5).

Es war Jesus, der ihm in der Lichtgestalt begegnet ist und ihn rief. Darauf hin war Saulus/Paulus einige Tage blind und erst durch die Begegnung mit Hananias kommt er wieder zum Sehen. Die Blindheit des Paulus und das Ereignis auf dem Weg nach Damaskus werden in der Kunst oft mit einem Paulus, der vom Pferd stürzt, dargestellt. Paulus wurde vom Verfolger der Christen zum Verfolgten für Christus und endete sein Leben mit dem Märtyrertod; er wurde enthauptet. An der Stelle, wo er mit dem Schwert enthauptet wurde, ist sein Kopf dreimal aufgeschlagen und es sind drei Brunnen entstanden. Heute steht an dieser Stelle eine Trappistenabtei und eine kleine Kapelle, die an dieses Ereignis erinnern (Tre Fontane a Roma). Paulus, als römischer Bürger, durfte nicht, wie Petrus, gekreuzigt werden, sondern musste durch das Schwert sterben. Paulus war Soldat - er war ein Kämpfer und wer seine Briefe liest, wird immer wieder Attribute des Eifers und Kampfes wiederfinden. So sagt er zum Beispiel „Ich habe den guten Kampf gekämpft” (2 Tim 4,7) und bezieht sich dabei auf den Kampf des Glaubens und für den Glauben. Für die Verbreitung des Evangeliums Jesu Christi hat Paulus sein Leben gegeben. Er selbst schreibt „denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird. Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft” (1 Kor 1,17-18). Diese Verkündigung hat ihm oft Leiden bereitet, Ketten und Gefängnis und am Ende den Tod. Aber Paulus schreibt „deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark” (2 Kor 12,10). Seine Stärke war Christus, sein Glaube an ihn und dafür ist er auch gestorben.
Paulus ist auf seinen Reisen in viele Länder gekommen und konnte die Frohe Botschaft des Kreuzes vielen Menschen verkünden, daher wird er auch Apostel der Völker genannt.
In dieser Woche feiern wir, wie jedes Jahr, die Gebetswoche für die Einheit der Christen. Die Gebetswoche endet jedes Jahr am Fest der Bekehrung des heiligen Apostels Paulus, weil durch ihn vielen Menschen das Evangelium verkündet wurde, und auf die Einheit der Apostel das Christentum entstanden ist. Der Hl. Vater Papst Benedikt wird mit der feierlichen Vesper des Festtages die Gebetswoche für die Einheit der Christen in St. Paul vor den Mauern um 17.30 beenden. Zur feierlichen Vesper sind Vertreter der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften Roms herzlich eingeladen, insbesondere der römische Klerus und das gläubige Volk Roms.

Außerdem wird mit dem Fest der Bekehrung des Apostels Paulus eine Ausstellung zum Zweiten Vatikanischen Konzil eröffnet. Am 25. Januar 1959 kündigte dort, vor einer Gruppe von Kardinälen, Papst Johannes XXIII. die weltkirchliche Bischofsversammlung an. In der Ausstellung sollen zum Beispiel die ersten Dokumente der Vorbereitungszeit (und vieles mehr) ausgestellt werden. Die Ausstellung, die der Papst eröffnen wird, trägt den Titel „Sanctus Paulus extramoenia et Concilium Oecumenicum Vaticanum II” und wird bis zum 24. November 2013 zugänglich sein.

Fotos: Sankt Paul vor den Mauern

(7) Die Heiligen drei Könige und der Petersplatz


Soeben haben wir das Fest der hl. drei Könige in der Weltkirche gefeiert. Einige schon am Freitag, dem 6. Januar, die meisten wahrscheinlich am vergangenen Sonntag. Wer sind die drei hl. Könige und was könnten sie mit dem Petersplatz in Rom zu tun haben? Im Hymnus der ersten Vesper vom Festtag (vgl. Stundenbuch I, S. 283) haben wir gebetet:

Die Weisen schauen auf zum Stern
und folgen gläubig seiner Spur,
sie finden durch das Licht zum Licht,
mit Gaben ehren sie das Kind.
Erkenne in den Gaben, Kind,
die Königszeichen deiner Macht
und was des Vaters ew'ge Huld
dir dreifach hat vorherbestimmt:
Den König kündet an das Gold,
dem Gott steigt auf des Weihrauchs Duft,
doch weist voraus auf Tod und Grab
der Myrrhenkörner Bitterkeit.
Der Vorzeit Väter schauten dich,
dich kündet der Propheten Mund;
doch heut bezeugt der Vater selbst:
Du bist der Erbe meines Reichs.
In dir, o Kind, wird alles eins,
du bist das A und O der Zeit,
du bist das Haupt der neuen Welt,
in der die Schöpfung sich erfüllt.


Eigentlich hat das Fest einen anderen Namen. Das Fest der hl. drei Könige heißt ursprünglich 'Fest der Erscheinung (Epiphanie) des Herrn' und ist ein sehr altes Fest, das die Kirche schon seit langer Zeit begeht. An diesem Festtag erinnern wir uns an das Geheimnis der Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus an alle Nationen und Völker. Dies wird durch die Sterndeuter aus dem Osten, bei uns bekannt auch als die drei hl. Könige, dargestellt. Der Evangelist Matthäus berichtet uns von Sterndeuter, die aus dem Osten nach Jerusalem kamen und nach dem neugeborenen König der Juden suchten. Sie sind? einem Stern gefolgt und sind gekommen diesen König anzubeten (vgl. Mt 2,1-2). Herodes weist ihnen mit Hilfe der Hohenpriestern und Schriftgelehrten des Volkes den richtigen Weg. Er schickt sie nach Bethlehem, denn dort sollte ein Fürst geboren werden, der Hirt „meines Volkes Israel” (vgl. Mt 2,4-9). Der Stern, den die Sterndeuter hatten aufgehen sehen, führte sie zum Haus in dem das Kind geboren war. Es erfüllte sie große Freude. Der Stern, der damals in der Welt aufstrahlte und die Sterndeuter aus dem Osten in ein Dorf in der Bergland von Judäa führte, ist ein Zeichen für die Weltoffenheit unseres Herrn Jesus Christus. Die ersten, die ihn angebetet und ihm Geschenke dargebracht haben, waren die Sterndeuter aus dem Osten, Fremde. Der hl. Vater lädt uns alle ein, es den Weisen aus dem Morgenland gleich zu tun: „Die Weisen aus Morgenland finden durch den Stern zum wahren Licht, zum menschgewordenen Gottessohn. Seitdem hat sich eine große Schar von Menschen und Völkern auf den Weg zu Jesus Christus gemacht. Wie die Sterndeuter wollen auch wir immer wieder innerlich aufbrechen und nach dem wirklichen Licht suchen, das unser Leben hell und leuchtend macht” (Angelus 6. Januar 2012). Und wer, wenn nicht der hl. Vater, und mit ihm die hl. römische katholische Kirche, lädt mehr mit offenen Armen dazu ein, Jesus Christus, dem Licht der Welt zu folgen? Der Petersplatz - die offenen Arme der Kirche: jeder ist Willkommen. Der Platz ist von Lorenzo Bernini 1667 fertiggestellt worden. In Wirklichkeit besteht der Platz aus zwei Vorplätzen, die ineinander fließen. Eine Ellipse und ein Trapez. Der elliptische Platz ist 240m breit. Im Zentrum des Platzes steht ein Obelisk zu dessen Seiten sich zwei Brunnen befinden. Die Kolonnaden bestehen aus vier Säulenreihen von insgesamt 284 Säulen und 88 Pfeilern aus Travertin, einem Kalkstein, das in der Nähe Roms gewonnen wird. Zur Kirche hinlaufend, ändert der Platz seine Form und wird zum Trapez. Die Form der Säulen erinnern an Arme... Die Säulen umarmen den Platz. Genau das wollte Bernini darstellen: die Kolonnade sollte eine Umarmung der Menschen darstellen, die die Petersbasilika besuchen. Eine Umarmung, die immer offen ist - die nicht einengt, oder festhält. Das kleine Kind in der Krippe hat die Weisen aus dem Morgenland mit offenen Armen empfangen und heute empfängt uns die Kirche im Namen Jesu Christi, was uns symbolisch mit die prachtvollen Kolonanden des Petersplatz darstellen. Die Kirche umarmt, auch heute - Jesus Christus umarmt, auch heute. Dich und mich - wenn wir uns auf die Suche nach dem Stern machen.

Fotos: Krippe am Petersplatz 2012

(6) Weihnachten in Rom


Schon am 8. Dezember, mit dem Fest der Unbefleckt Empfangenen Jungfrau, beginnt der Italiener sich auf Weihnachten vorzubereiten, d.h. die ersten Weihnachtsbäume werden aufgestellt und auch in den Wohnungen und Kirchen beginnt man Bäume und Krippen aufzubauen. Man achtet jedoch sehr darauf, dass das Jesuskind erst in der Hl. Nacht in die Krippe gelegt wird.

Einen typischen Weihnachtsmarkt mit Glühweinständen und Met gibt es hier in Rom nicht. Es gibt nur einen traditionellen Weihnachtsmarkt auf der Piazza Navona, der in der Advents- und Weihnachtszeit bis zum 6. Januar (der Befana) immer total überlaufen ist. Dort gibt es ein deutsches altes typisches Karussell. Es gibt dort auch immer ein deutsches altes typischen Karussell, und es erinnert mich sehr an einen Jahrmarkt.

Was aber sagen uns der Weihnachtsbaum und die Weihnachtskrippe?
An Weihnachten feiern wird die Geburt Christi, die uns in den Evangelien (Mt und Lk) überliefert ist. Bei uns in Deutschland zeigt die Krippe die Geburt Christi meistens mit Figuren in einer Modellandschaft, die an Bethlehem erinnert. Da haben wir die Hl. Familie, die Futterkrippe, die zwei Tiere Ochse und Esel, Hirten, Schafe, und die drei Weisen aus dem Morgenland. In manchen Krippen kann man auch einen Verkündigungsengel finden, der eine kleine Tafel mit der Aufschrift “Gloria” in den Händen hält. Hier in Italien gibt es noch eine andere Tradition, die aus Neapel kommt - hier kommt das Jesuskind “in jeder beliebigen Ecke” zur Welt: aufwendige und detailreiche Straßen- und Markszenen führen oft zu einem Gebäude oder einem Unterstand, wo die Geburt dargestellt wird. Diese Darstellungen sind oft an den jeweiligen Ort, bzw. die Region gebunden.
Hier in Rom befindet sich eine Kirche, die von unserem Papst Benedikt auch die “Weihnachtskirche” genannt wird, das Bethlehem in Rom: S. Maria Maggiore. Schauen wir mit ihm auf das Geheimnis von Weihnachten und lassen uns berühren:
“Die Mosaiken auf den beiden Längsseiten des Kirchenschiffs legen sozusagen die Ganze Geschichte als Prozession der Menschheit zum Erlöser aus. In der Mitte, über dem Triumphbogen, am Zielpunkt der Wege, an dem die Geburt Christi dargestellt sein müsste, finden wir stattdessen nur einen leeren Thron und auf ihm eine Krone, einen Herrschermantel und das Kreuz; auf dem Fußschemel liegt wie ein Kissen das Bündel der Geschichte, von sieben roten Fäden zusammengehalten. Der leere Thron, das Kreuz und ihm zu Füßen die Geschichte – das ist das Weihnachtsbild dieser Kirche, die das Bethlehem Roms sein wollte und will.
Warum eigentlich? Wenn wir die Aussage des Bildes verstehen wollen, müssen wir uns zunächst daran erinnern, dass der Triumphbogen über der Krypta steht, die ursprünglich als Nachbildung der Höhle von Bethlehem gebaut wurde, in der Christus zur Welt kam. Hier wurde und wird auch die Reliquie verehrt, die der Überlieferung als die Krippe von Bethlehem gilt. So wird hier unvermittelt die Prozession der Geschichte, der ganze Prunk der Mosaiken heruntergerissen in die Höhle, in den Stall; die Bilder fallen herab in die Wirklichkeit... Das Stillwerden in diesem Bau der Jahrhunderte, das Ergriffenwerden von der Schönheit und Größe seiner Schauungen, das ahnungslose Berühren des Großen, des ganz anderen, des Ewigen – das ist das Erste, was uns die Berührung mit dieser Kirche schenkt, und es ist etwas Hohes und Edles, dessen wir gerade heute bedürfen. Aber es ist nicht das Ganze. Es bliebe ein schöner Traum, ein vorbeiziehendes Gefühl ohne Verbindlichkeit und daher ohne Kraft, wenn wir uns nicht mitnehmen lassen zu dem nächsten Schritt – zum Ja des Glaubens. Dann erst wird noch ein Weiteres deutlich: Die Höhle ist nicht leer. Ihr eigentlicher Inhalt ist nicht die Reliquie, die als Krippe von Bethlehem aufbewahrt wird. Ihr eigentlicher Inhalt ist die Mitternachtsmesse zur Geburt Christi. Erst da geschieht endgültig der Übergang in die Wirklichkeit. Erst da sind wir beim Weihnachtsbild angelangt, das kein Bild mehr ist. Nur, wenn wir uns von der Botschaft des Raumes dahin führen lassen, gilt wieder ganz neu: Heute ist euch der Heiland geboren. Ja, wirklich heute”. (Aus: J. Ratzinger, Gottes Glanz in unserer Zeit, Freiburg im Breisgau 2005, 27-28).

Wenn Sie die Gelegenheit haben sich die Kirche S. Maria Maggiore hier in Rom anzuschauen, wird Sie das sicherlich bereichern! Gott wird Mensch. Heute. Immer! Überall! Werden wir still vor unserer Krippe und versuchen wir das Geheimnis von Weihnachten in uns lebendig werden zu lassen! Sagen wir Ja zu unserem Glauben!

(5) Heilige Cäcilia - Patronin der Kirchenmusik

„Preist den Herrn mit der Zither, spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe! Singt ihm ein neues Lied, greift voll in die Saiten und jubelt laut!” (Ps 33,2-3)

Die Heilige Cäcilia, deren Fest wir kürzlich erst gefeiert haben, ist die Patronin der Kirchenmusiker und der Kirchenchöre Wer war die hl. Cäcilia? Die Legende beschreibt die hl. Cäcilia als eine bekannte Jungfrau aus römischem Adelsgeschlecht. Sie starb ca. 220 n. Chr. Die Legende erzählt, dass Papst Urban I. bei ihrem Martyrium zugegen war und sie anschließend in den Katakomben von S. Calixtus begraben ließ. Im 4. Jahrhundert wurde an der Stelle ihres Martyriums in Trastevere eine erste kleine Kirche errichtet. Ihr Körper galt lange Zeit als verschollen bis er zu Beginn des 9. Jahrhunderts von Papst Paschalis I. in den Calixtus-Katakomben aufgefunden wurde. Papst Paschalis ließ daraufhin in Trastevere an der Stelle der Kleinen eine neue größere Kirche bauen und setzte die Gebeine der Heiligen darin ein. 1599 wurde im Rahmen einer Renovierung das Grab der Heiligen geöffnet. Sie war ganz in weiß gekleidet und ihr Körper war fast vollständig vorhanden. Zwischen Kopf und Hals konnte man die Zeichen der Enthauptung immer noch gut erkennen. Papst Clemens VIII. besuchte die Kirche, um dieses Wunder zu betrachten und gab anschließend bei Stefano Maderno eine Skulptur der Heiligen in Auftrag, die man heute noch in der Basilika (und eine Kopie in der Calixtus-Katakombe) bewundern kann. Stefano Maderno zeigt uns den Körper der Heiligen so, wie er vor einigen Jahrhunderten aufgefunden wurde. Die ursprüngliche Bauform der Kirche war die einer klassischen Basilika. Das Hauptschiff wird von 12, mit Bögen verbunden Säulen getragen und schließt mit einer wunderschönen, halbrunden Apsis. Das frühromanische Mosaik, das man heute noch zum Teil sehen kann, stammt aus dem 9. Jahrhundert. Im 12. Jahrhundert wurde der Glockenturm und der Portikus im Auftrag von Papst Paschalis II erbaut. Das Altarziborium stammt von Arnolfo di Cambio und ein Fresko des Jüngsten Gerichts stammt von Pietro Cavalini aus dem 13. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte wurde ein Kloster in die Nähe der Kirche gebaut, das ebenfalls den Namen der Heiligen erhielt. Heute wohnen dort Benediktinerinnen. Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Struktur der alten Basilika mehrfach verändert. Obwohl die Apsis erhalten blieb, wurde der gesamte Altarraum höhergelegt und der Kosmaten-Fußboden ersetzt. Unterhalb des Altarraums befindet sich eine wunderbar gestaltete Krypta, die zum Gebet einlädt. Unter der Kirche wurden Reste eines römischen Hauses gefunden, das der Legende nach als Wohnung der Heiligen Cäcilia diente. In einer Seitenkapelle links in der Kirche befinden sich die Reste eines Caldariums, eines Wasserbeckens, vielleicht der Raum, in dem der Legende nach versucht wurde, die Heilige zu ersticken.

Fotos Kirche Santa Cäcillia

(4) 8. Dezember in Rom


Was bedeutet das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria für uns heute? In einer Welt in der die Sünde zu regieren scheint, wissen wir noch zu erkennen was rein und tadellos ist? In einer Welt in der die Werbung nur noch auf Komfort und Profit aus ist, wissen wir noch eine Einfachheit des Herzens zu bewahren? Maria, die reinste und tadelloseste aller Frauen kann uns helfen wieder einen Blick für das Reine, Unschuldige und wirklich Wichtige im Leben zu bekommen.

Im Laufe der kirchlichen Tradition und Geschichte wurde immer schon geglaubt, dass Maria, die Mutter Jesu, das reinste, in einmaliger Weise von Gott bevorzugte Geschöpf war, die neue Eva, die ohne Sünde war und so zur 'Mutter aller Lebenden' werden konnte. Von ihrer einmaligen Erwählung lesen wir im Evangelium des Hochfestes: In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazareth zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadetet, der Herr ist mir dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden [...] (Lk 1,26-30).

Maria wurde auf natürliche Weise als Kind ihrer Eltern Anna und Joachim geboren und empfing alle Gnade durch Jesus Christus. Gott ist es, der die Initiative ergreift und Maria ist offen und bereit sich auf Gott einzulassen. Sie, die Reine, die Milde und Großzügige hat auf den Herrn gehört. Sie hat ihm immer ihre reine Liebe geschenkt. „Sie soll uns ein Vorbild sein und Fürsprecherin in unserer Berufung zur Heiligkeit, und sie helfe uns, Gott in unserem Herzen eine würdige Wohnung zu bereiten” (Benedikt XVI., Angelus am 08.12.2011).

Das Dogma, dass damals (1854) verkündet wurde, besagt im Wortlaut: „Zu Ehren der Heiligen und Ungeteilten Dreifaltigkeit, zu Schmuck und Zierde der jungfräulichen Gottesmutter, zur Erhöhung des katholischen Glaubens und zur Mehrung der christlichen Religion, in der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der seligen Apostel Petrus und Paulus und der Unseren erklären, verkünden und definieren Wir: Die Lehre, dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch ein einzigartiges Gnadenprivileg des allmächtigen Gottes, im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erretters des Menschengeschlechtes, von jedem Schaden der Erbsünde unversehrt bewahrt wurde, ist von Gott geoffenbart und darum von allen Gläubigen fest und beständig zu glauben.” (Pius IX., Apostolisches Schreiben „Ineffabilis Deus”, verkündet am 8. Dezember 1854)

(3) Roma Eterna - das Ewige Rom

Rom ist das Herz der Christenheit.

In der Geschichte der Menschheit ist Rom das Sinnbild für das vorbestimmte Schicksal der heiligen Stadt Jerusalem (Jes 52,1). Sie wird auch „Stadt Gottes” (Jes 60,14) oder Zentrum der gesamten Heilsgeschichte genannt. Von der hl. Schrift wird sie oft als Ziel allen menschlichen Begehrens, Freude dessen, der sie liebt (Psalm 137,6), Lust der Augen oder Verlangen der Seele (Ez 24,25) genannt.

Die Kirche hat ihren eigentlichen Ursprung in Jerusalem, der Stadt, die die Stationen des Lebens Jesu prägt und in der sich die Erlösung vollendet; sie nimmt das neue, himmlische Jerusalem vorweg (Offb 21,1-27), den Ort, an dem sich die Gemeinschaft Gottes und der Menschen vollendet und alle Brücken aufgehoben sind.
Auf dem Weg zum himmlischen Jerusalem, lädt die Kirche Roms die Pilger zu einer willkommenen Pause ein. Die Kirche Roms ist Ausdruck der Gemeinschaft aller Christen und sie ist Mutter aller Kirchen.

Jesus ruft seine Jünger nach seiner Auferstehung dazu auf: „meine Zeugen zu sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde”, Rom. Das damalige Weltbild verstand unter der Redewendung „bis an die Grenzen der Erde” die Stadt Rom. Heute ist dies natürlich anders. Heute lädt die Kirche Roms ein, innezuhalten und die Schönheit des Christentums zu bestauen. Christus näher zu kommen, ist ein anderes Angebot, das die Kirche bietet - denn Er lebt in und mit seiner Kirche.
In Jerusalem hat alles begonnen - in Rom hat das Leben für zwei Apostel geendet: Petrus und Paulus. Petrus, „der Fels, auf dem die Kirche erbaut” wurde (Mt 16,18), und Paulus, der „Apostel der Völker” (Apg 17,21). Beide sind durch die Verbreitung der Heilsbotschaft nach Rom gekommen und haben hier ihr Zeugnis und ihr Leben gelassen.
Beide Apostel können uns in unseriger Zeit eine Botschaft senden; bin ich als Pilger bereit mich darauf einzulassen?

(2) Papst Johannes Paul II. - 1. Gedenktag

Die Kirche von Rom wird dies in besonderer Weise feiern. Alle können sich noch daran erinnern, dass der Sel. Papst Johannes Paul II. ein besonderes Herz für die Jugend hatte und sie unermüdlich aufforderte Christus nachzufolgen.So hat die Jugend- und Berufungspastoral der Diözese Rom eine kleine Pilgerfahrt für den 22. Oktober 2011 organisiert.

Aufgrund der Ausschreitungen am vergangenen Samstag hat der Bürgermeister von Rom alle Demostrationen und Prozessionen untersagt - und daran hält sich auch die Kirche.
Demnach sind alle Jugendlichen eingeladen sich um 16.30 Uhr auf dem Platz bei der Johannes Basilika zu sammeln.

Um 17 Uhr wird eine Vigilfeier mit Meditationen von don Fabio Rosini stattfinden und dann um 19 Uhr wie vorgesehen die Hl. Messe mit Kardinal Agostino Vallini.

Nach dem Tod von Johannes Paul II., nach seiner Seligsprechung organisiert Rom eine Wallfahrt zu Ehren des neuen Seligen und lädt alle Jugendlichen teil an dieser Wallfahrt teilzunehmen.

Johannes Paul der II. hatte ein Herz für die Jugend - folgen wir seiner Einladung und richten unseren Blick auf Christus. „Habt keine Angst”!

(1) Romulus und Remus und die Entstehung Roms

Um die Entstehung Roms zu verstehen, müssen wir einen Augenblick in die mythische Sagen- und Götterwelt der alten Römer eintauchen:

Der alte römische Dichter Vergil (70-19 v. Chr.) schreibt die Sage von Äneas, dem Abkömmling der Götting Venus. Äneas, der Sohn von Anchises und der Venus, flieht aus dem brennenden Troja und landet nach seinen Irrfahren schließlich in Latium, wo er zum Stammvater der Römer wird. In Rom trifft er auf den freundlichen König Latinus, dessen Nachfolger Äneas sein wird. Sein Sohn Iulus gründet Alba Longa in den Albaner Bergen und Rhea Silvia, die Tochter des rechtmäßigen Königs von Alba Longa, wird gezwungen, Vestapriesterin zu werden, um keine Kinder zu bekommen, aber sie zeugt mit dem Gott Mars Zwillinge: Romulus und Remus.

Sie werden in den Tiber ausgesetzt, aber der Flussgott Tiberinus rettet sie; sie stranden am Palatin, wo sie eine Wölfin aufzieht (Lupercalien im Februar: rätselhaftes Fest zu Ehren der Wölfin (Lupa), deren Grotte unter dem Kapitol sei: das Lupercal wird aber auch auf dem Palatin gesucht).


Romulus gründet Rom, indem er die Mauer um einen der sieben Hügel Roms, den Palatin, gründet: Remus springt hinüber und wird anschließend im Zorn von seinem Bruder erschlagen. Der Mythos einer Stadt besteht in der Mauer!

Heute ist Rom seit 150 Jahren die Hauptstadt des vereinten Italiens (1871). Und mit dem Vatikan ist es zugleich Sitz des Papstes und somit das Zentrum der katholischen Kirche. Nach dem antiken Mythos, den wir soeben gelesen haben, hat Romulus die Stadt im Jahre 753 v. Chr. gegründet. Und sie ist bis heute die älteste ununterbrochen bestehende Stadt der Welt.

Welche Rolle spielt Rom innerhalb des Christentums? Warum ist Rom als Wallfahrtsort für uns so wichtig heute? Das werde ich euch beim nächsten Mal beantworten.

Impressionen (Bildrechte bei triff-den-papst.de)