GENERALAUDIENZEN 2020


Audienz VOM 19.02.2020

 

Liebe Brüder und Schwestern, heute wollen wir die dritte der Seligpreisungen betrachten, die Jesus bei der Bergpredigt verkündet hat: „Selig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben“ (Mt 5,5). Die Sanftmütigen haben Jesus Christus in seinem Leidensweg vor Augen, der nicht mit Vergeltung antwortete, als er litt, sondern »seine Sache dem gerechten Richter überließ« (1 Petr 2,23). Die „Sanftmütigen“ sind in der Heiligen Schrift die Gerechten, die nur wenig besitzen im Gegensatz zum Frevler, der im Überfluss lebt (vgl. Ps 37,15). Landbesitz ist ein typisches Feld, wo es zu Konflikten kommen kann. Man streitet über ein Stück Land oder will die Vorherrschaft über ein Gebiet gewinnen. So entstehen auch Kriege, bei denen der Stärkere in der Regel fremde Territorien erobert. Die Seligpreisung spricht dagegen vom Land, das die Sanftmütigen „erben“. Dieses Wort erinnert an ein besonderes Land, an das Gelobte Land, das Gott dem Volk Israel als Erbe gegeben hat. Für das neutestamentliche Volk Gottes wird das „Land“ noch mehr: Es handelt es sich um »einen neuen Himmel und eine neue Erde« (vgl. 2 Petr 3,13; Offb 21,1), zu dem die Sanftmütigen und Gerechten unterwegs sind und in dem der Friede, die Hoffnung, das Vertrauen, die Barmherzigkeit und die Brüderlichkeit wohnen.

 

Quelle: www.vatican.va

 

Audienz VOM 12.02.2020

 

Heute betrachten wir die zweite der Acht Seligpreisungen: Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden (Mt 5,4). Die Trauer hat in der Heiligen Schrift eine doppelte Bedeutung. Man trauert, weil einem das Leid und der Tod eines lieben Menschen nahegehen oder man beweint die eigenen Sünden, durch die man Gott und dem Nächsten wehgetan hat. Beiden Aspekten ist gemeinsam, dass die Tränen ein Ausdruck der Liebe sind. Solche Trauer hilft uns dabei, den unersetzlichen Wert und die heilige Würde eines jeden Menschen zu erkennen. Auch die Trauer angesichts der eigenen Sünde, darüber, dass man Böses getan und Gutes unterlassen hat, dass man seine Beziehung zu Gott verraten und zu wenig geliebt hat, ist ein Geschenk Gottes, und die Erkenntnis der eigenen Sünden ist ein Werk des Heiligen Geistes. Denken wir an den heiligen Petrus, wie er weinte, als er erkannte, dass er den Herrn verraten hatte. Aufgrund eben dieser Tränen durfte er in der Liebe reifen. Ephrem der Syrer schrieb einmal, dass ein von Tränen gereinigtes Gesicht unsagbar schön sei. Ja, weise und seligzupreisen ist derjenige, der aus Liebe trauert, denn er wird den Beistand des Heiligen Geistes erfahren, jene Zärtlichkeit Gottes, die vergibt und alles zum Guten führt.

 

Quelle: www.vatican.va

 

Audienz VOM 05.02.2020

 

Liebe Brüder und Schwestern, heute sprechen wir über die erste Seligpreisung: „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Mt 5,3). Wir müssen uns fragen, wer mit den Armen gemeint ist. Der Zusatz „vor Gott“ bzw. „im Geist“, wie es im griechischen Text wörtlich heißt, verweist auf den Lebensgeist, der von Gott geschenkt ist, auf unser tiefstes Menschsein. Arm im Geist ist, wer vor Gott sich in seinem Innersten als Bettler erkennt und seine Grenzen anerkennt. Wie oft hören wir, dass wir jemand sein und uns einen Namen machen müssen. Doch diese Sorge um das eigene Ego macht uns nur einsam und unglücklich. In seiner Selbstgefälligkeit fragt der Stolze nicht um Hilfe, und wie schwer fällt es ihm, einen Fehler zuzugeben und um Vergebung zu bitten. Die Armut im Geist ist eine Gnade, die uns den Ausweg aus dieser Mühe zeigt und das Himmelreich verheißt. Die Reiche dieser Welt bieten Güter und Wohlstand, doch sie vergehen alle. Nur der herrscht wirklich, der das wahre Gut mehr als sich selbst zu lieben weiß. Diese wahre Macht sehen wir an Christus, der sein Leben für die Menschen gibt. Sie bedeutet zugleich wahre Freiheit. Die Armut vor Gott müssen wir annehmen, die konkrete Armut von den Dingen der Welt müssen wir suchen, um wirklich frei zu sein und lieben zu können.

 

Quelle: www.vatican.va

 

Audienz VOM 29.01.2020

 

Liebe Brüder und Schwestern, heute sprechen wir über die erste Seligpreisung: „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Mt 5,3). Wir müssen uns fragen, wer mit den Armen gemeint ist. Der Zusatz „vor Gott“ bzw. „im Geist“, wie es im griechischen Text wörtlich heißt, verweist auf den Lebensgeist, der von Gott geschenkt ist, auf unser tiefstes Menschsein. Arm im Geist ist, wer vor Gott sich in seinem Innersten als Bettler erkennt und seine Grenzen anerkennt. Wie oft hören wir, dass wir jemand sein und uns einen Namen machen müssen. Doch diese Sorge um das eigene Ego macht uns nur einsam und unglücklich. In seiner Selbstgefälligkeit fragt der Stolze nicht um Hilfe, und wie schwer fällt es ihm, einen Fehler zuzugeben und um Vergebung zu bitten. Die Armut im Geist ist eine Gnade, die uns den Ausweg aus dieser Mühe zeigt und das Himmelreich verheißt. Die Reiche dieser Welt bieten Güter und Wohlstand, doch sie vergehen alle. Nur der herrscht wirklich, der das wahre Gut mehr als sich selbst zu lieben weiß. Diese wahre Macht sehen wir an Christus, der sein Leben für die Menschen gibt. Sie bedeutet zugleich wahre Freiheit. Die Armut vor Gott müssen wir annehmen, die konkrete Armut von den Dingen der Welt müssen wir suchen, um wirklich frei zu sein und lieben zu können.

 

Quelle: www.vatican.va

 

 

Liebe Brüder und Schwestern, heute beginnen wir eine neue Reihe von Katechesen über die Seligpreisungen. Sie bilden den Anfang der Bergpredigt und stellen gleichsam den Personalausweis des Christen dar. Der Herr richtet diese Botschaft an seine Jünger wie auch an die vielen Menschen, die ihm zuhören und für die ganze Menschheit stehen. Jesus knüpft dabei an die Zehn Gebote und an das Gesetz des Alten Bundes an, legt uns aber nicht einfach die Beobachtung von Vorschriften auf. Vielmehr offenbart er uns den Weg, seinen Weg zum Glück. Es ist eine Botschaft der Freude, die aber nicht mit vorübergehenden Genüssen zu verwechseln ist. Diese Freude kann nämlich auch mit dem Leiden bestehen, nicht selten ist sie sogar dessen Frucht. Jede der acht Seligpreisungen gliedert sich in drei Teile: Zuerst steht das Wort „selig“, darauf folgt die Situation der Seligen und schließlich wird der Grund für die Seligpreisung genannt. Dieser findet sich nicht in der beschriebenen Situation, sondern im neuen Leben der Gnade, das Gott uns schenkt. Jesus zeigt uns somit in den Seligpreisungen acht „Türen“ auf, die uns oftmals über unsere Niederlagen hin zur österlichen Freude führen, die von Gott her kommt und das Herz des Menschen zu erfüllen vermag. 

 

Quelle: www.vatican.va

 

Audienz VOM 22.01.2020

 

Liebe Brüder und Schwestern, alljährlich begehen wir zusammen mit vielen anderen christlichen Gemeinschaften die Gebetswoche für die Einheit der Christen. In diesem Jahr wird sie von Malta und Gozo ausgerichtet und hat die „Gastfreundschaft“ zum Thema. Die Insel Malta erinnert uns an eine Episode aus der Apostelgeschichte, als das Schiff, das Paulus nach Rom bringen sollte, nach einem heftigen Sturm auf offener See treibt. Paulus, der vom Herrn berufen ist, das Evangelium bis an die Enden der Erde zu tragen, ermutigt die Mitreisenden, Vertrauen in Gott zu haben, denn „keinem wird ein Haar von seinem Kopf verloren gehen“ (Apg 27,34). So stranden sie auf Malta, bleiben unverletzt und werden von den Bewohnern der Insel mit „ungewöhnlicher Menschenfreundlichkeit“ (28,2) aufgenommen. Die Einheimischen, welche die Botschaft Christi noch nicht kennen, erweisen den Fremden große Aufmerksamkeit und werden so zu einem Zeichen der Vorsehung Gottes. Ihre Gastfreundschaft wird durch wunderbare Heilungen vergolten, die Gott durch Paulus wirkt. Gastfreundschaft ist auch eine wichtige Tugend für die Ökumene. Sie beschenkt den Geber. Wo wir unsere Brüder und Schwestern in Christus aufnehmen, erhalten wir sie als Geschenk zurück. Die geistlichen Gaben, die von ihnen ausgehen, bringen auch für uns reiche Frucht. 

 

Quelle: www.vatican.va

 

Audienz VOM 15.01.2020

 

Wir beschließen die Katechesenreihe über die Apostelgeschichte mit der letzten Etappe der Missionsreisen des Apostels Paulus, die ihn nach Rom führt. Obwohl er hier unter Hausarrest steht, kann Paulus doch viele Brüder und Schwestern empfangen und im Glauben bestärken und das Evangelium weiter ungehindert und in allem Freimut verkünden. Sein Haus wird so zu einem Bild für die Kirche, die aller Unbill zum Trotz mit ihrem mütterlichen Herzen allen Menschen die Liebe des himmlischen Vaters bezeugt, die in Jesus Christus sichtbar in dieser Welt erschienen ist. Dabei kommt es auch zu einer Begegnung mit Vertretern der jüdischen Gemeinde, und Paulus, selbst ein Jude, versucht ihnen anhand der Schrift darzulegen, dass Jesus Christus die Erfüllung aller Erwartung und Hoffnung des auserwählten Volkes ist. Der irdische Lebensweg des Apostels Paulus geht hier zu Ende, das Evangelium jedoch, das Paulus von Jerusalem nach Rom gebracht hatte, wird seine Reise zu den Völkern vom Herzen des Reiches aus noch wirkungsvoller fortsetzen. Die Reisen des Paulus sind ein Beweis dafür, dass der Glaube alle Situationen verwandeln und immer neue Wege eröffnen kann, dass selbst menschliche Schwäche und Begrenztheit sowie alle äußeren Hindernisse zum Ort des Heils werden können, weil gerade dort die Kraft und Macht Gottes in besonderer Weise hervortritt.

 

 

Quelle: www.vatican.va

 

Audienz VOM 08.01.2020

 

Liebe Brüder und Schwestern, in unseren Katechesen über die Apostelgeschichte sprechen wir heute über die Schiffsreise des Paulus als Gefangener auf dem Weg nach Rom. Von Anfang an traf diese Reise auf widrige Umstände. In Kreta wurde die Warnung des Paulus vor einer Weiterfahrt in den Wind geschlagen. So geriet dann das Schiff in einen Seesturm und trieb tagelang auf dem Meer. Als der Tod nahe schien und Verzweiflung um sich griff, sprach Paulus als Mann des Glaubens allen Mut zu. Auch in der Bedrängnis hörte er nicht auf, sich um das Leben der anderen zu kümmern und Hoffnung zu schenken. Beim Schiffbruch vor der Insel Malta wurden alle gerettet, und dieses Unglück wurde zu einem Moment der Vorsehung. Der schiffbrüchige Paulus bekam Gelegenheit, den Menschen dort die Botschaft Jesu zu verkünden und Kranke zu heilen. Es ist dies gleichsam ein Gesetz des Evangeliums: Wenn ein Gläubiger Gottes Heil erfährt, behält er es nicht für sich, sondern schenkt es weiter. Ein Christ, der Prüfungen durchgemacht hat, kann anderen Leidtragenden besonders nahekommen und im Herzen sensibel sein für die Solidarität mit den anderen.

 

Quelle: www.vatican.va